Prognosetreffer leicht gemacht - Tipp 3

Irgendetwas wird schon stimmen!

Geschickter als die in Tipp 2 erwähnten, sehr allgemeinen und absolut nichtssagenden Prognosen ist es natürlich, eine ganze Menge verschiedener Alternativszenarien zu prognostizieren. Ist die Menge der vorhergesagten Alternativen groß genug (und sie ist es in der Regel ...), dann werden Prognosettreffer unvermeidlich. Wahre Meisterschaft in dieser Methode kann man bei “Madame Tessier” sehen (z.B. in Tessier’s Prognosen für 2003).

Auch bei dieser Variante fällt mal wieder der ausgiebige Gebrauch des Konjunktiv auf. Da nützt es auch wenig, dass solche Prognosen häufig für einen abgegrenzten Zeitraum abgegeben werden (bei Frau Tessier’s 2003er Prognosen z.B. für eine Neumondphase). Da die vorausgesagten Ereignisse - auch hier liegt ein klares Übergewicht auf Katastrophen, Unfällen und anderen negativen Geschehnissen, Positives ist eher selten zu lesen - nicht näher spezifiziert werden sind solche Prognosen absolut nichtssagend.

Nicht nur Madame Tessier bedient sich dieser Methode: Winfried Noe zum Beispiel sagte für den Zeitraum zwischen März und Oktober 2003 voraus: “Unruhen, Krawalle, große Verkehrsunfälle wie in Eschede oder am Bodensee, auch Naturkatastrophen könnten das Land erschüttern.” Für diese Voraussage hätte er kaum in die Sterne schauen müssen, denn bei dieser Auswahl sind Treffer unvermeidlich: Die Busunglücke ( Verkehrsunfälle) im Frühsommer 2003, die jährlichen Maikrawalle in Berlin ...... und selbst wenn nicht alle prognostizierten Katastrophen eingetroffen sind, die Tatsache dass nur ein Teil ungefähr eingetroffen ist reicht doch schon um die Überlegenheit der eigenen Prognosemethode zu zeigen ...

© Michael Kunkel, April 2003 - September 2008

letzter Update: Mittwoch, 26. November 2008